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Nachhal­tiger Fuhrpark und Elektro­fahr­zeugeGeringere CO2-Emissionen dank umwelt­be­wusstem Fahren, Beratung zur Elektri­fi­zierung und optimalem Einsatz von Elektro­fahr­zeugen
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Koppel­na­vi­gation

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Die Koppel­na­vi­gation ist eine tradi­tio­nelle Methode zur Ermittlung der Fahrzeug­po­sition. Sie erfolgt ohne digitale Tools wie GPS oder externe Bezugs­punkte wie Landmarken. Es handelt sich um eine unabhängige, jederzeit anwendbare mathe­ma­tische Berechnung.

Die Koppel­na­vi­gation wurde bereits vor Tausenden von Jahren von Seeleuten im alten Ägypten, in Griechenland und in Phönizien zur Navigation entlang der Küsten genutzt. Bei dieser frühen Form der Koppel­na­vi­gation wurde die Position anhand der Richtung (im Verhältnis zur Sonne oder zu den Sternen), der ungefähren Geschwin­digkeit und der Fahrtzeit geschätzt.

In der heute verwendeten modernen Variante der Koppel­na­vi­gation werden Beschleu­nigung, Drehung und Zeit genauer gemessen. Trotz der Entwicklung von Funkna­vi­gation und GPS-Or­tungs­tech­no­logie ist die moder­ni­sierte Methode der Koppel­na­vi­gation im Bereich Fahrzeuge und Telematik weiterhin weit verbreitet – als Ersatz­system, wenn externe Signale ausfallen.


Was ist Koppel­na­vi­gation?

Die Koppel­na­vi­gation ist eine manuelle Methode zur Berechnung der Fahrzeug­po­sition basierend auf einem bekannten Ausgangs­punkt. Während bei moderner GPS-Tech­no­logie die Positi­ons­be­stimmung per Satellit erfolgt, kommt bei der Koppel­na­vi­gation eine mathe­ma­tische Formel zum Einsatz:

Neue Position = Ausgangs­po­sition + (Geschwin­digkeit x Zeit x Richtung).

Obwohl die Koppel­na­vi­gation ihren Ursprung in der Seefahrt der Antike hat, bleibt sie auch im 21. Jahrhundert weiter relevant. Es handelt sich um ein ausfall­si­cheres System, das in der modernen Telematik häufig mit GPS-Tech­no­logie kombiniert wird, um Fälle abzudecken, in denen das GPS-Signal zu schwach, blockiert oder vorüber­gehend nicht verfügbar ist. Typische Beispiele:

  • Fahrzeug­na­vi­gation
  • Schiff­fahrts­na­vi­gation
  • Luftfahrt
  • Robotik

Wie funktio­niert die Koppel­na­vi­gation?

Bei der Koppel­na­vi­gation wird die zurück­ge­legte Entfernung berechnet und auf eine bekannte Ausgangs­po­sition (auf einer Karte oder durch zuver­lässige Technologie erfasst) angewendet. Indem ein System konsequent die Geschwin­digkeit, Fahrtzeit und Richtung misst, kann es die geschätzte Position aktua­li­sieren und ein Fahrzeug orten, selbst wenn kein GPS-Signal verfügbar ist.

Nutzung einer bekannten Position als Ausgangs­punkt

Ein fester Ausgangs­punkt ist die wichtigste Angabe bei Verwendung der Koppel­na­vi­gation. Anhand dieses Bezugs­punkts lässt sich die neue Position berechnen. Die Berechnung an sich erfolgt zwar „offline“, aber der Ausgangs­punkt wird norma­ler­weise anhand von GPS- oder GNSS-Daten ermittelt, um von Anfang an Ungenau­ig­keiten zu vermeiden, die Auswir­kungen auf nachfol­gende Schätzungen haben könnten.

Berechnung der Geschwin­digkeit, Richtung und Fahrtzeit

Im nächsten Schritt wird die Bewegung des Fahrzeugs im Zeitverlauf analysiert. Die Messung der Geschwin­digkeit erfolgt durch:

  • Reifen­sen­soren oder Geschwin­dig­keits­messer (Fahrzeuge)
  • Loggen (Schiffe)
  • Fahrtmesser (Flugzeuge)

Die Richtung wird mit einem Gyroskop gemessen und die Fahrtzeit mit einer Uhr.

Schätzung der aktuellen Position

Nach Messung der Geschwin­digkeit und der Zeit können Sie die zurück­ge­legte Entfernung berechnen:

Entfernung = Geschwin­digkeit x Zeit

Wenn Sie den Entfer­nungswert, den Sie ab dem festen Ausgangs­punkt berechnet haben, auf die gemessene Richtung umlegen, erhalten Sie eine grobe Schätzung der aktuellen Fahrzeug­po­sition.

Die Koppel­na­vi­gation ist ein konti­nu­ier­licher Vorgang. Das heißt, indem Sie die aktuelle Position als neuen Ausgangs­punkt verwenden, können Sie das Verfahren für weitere Positi­ons­schät­zungen wiederholen.

Wann wird die Koppel­na­vi­gation verwendet?

Die Koppel­na­vi­gation wird in erster Linie ergänzend zu GPS-Sys­temen genutzt. Sie ist eine zuver­lässige Alternative, wenn das Satel­li­ten­signal ausfällt, blockiert oder nicht verfügbar ist. Sehen wir uns dies in Bezug auf die verschie­denen Branchen und Techno­lo­gie­arten einmal genauer an:

Privat­fahr­zeuge
Deckt Lücken ab, wenn Fahrzeuge durch Tunnel, Unter­flur­straßen oder städtische Routen mit schwächerem GPS-Signal fahren.
Fuhrpark­ma­nage­ment- und Logis­tik­be­triebe
Unterstützt die konti­nu­ier­liche Ortung zwischen GPS-Updates und ermöglicht während der gesamten Fahrt ein genaues Monitoring. Fuhrpark­ma­nager müssen sicher­stellen, dass Fahrer jederzeit auf den optimierten Routen bleiben.
Navigation in der Schifffahrt und Luftfahrt
Ermöglicht die Ortung der Fahrzeug­po­sition unter Wasser, in abgelegenen Gebieten, bei extremen Wetter­be­din­gungen oder bei Signal­stö­rungen.
Robotik und autonome Fahrzeuge
Dank On-Boar­d-­Sen­soren können Bewegungs­systeme unabhängig von externen Positi­ons­si­gnalen navigieren.

Koppel­na­vi­gation vs. GPS

Die GPS-Na­vi­gation ist in der Regel genauer als die Koppel­na­vi­gation, weil die genaue Position des Fahrzeugs mithilfe von Satel­li­ten­si­gnalen in Echtzeit bestimmt wird. Bei der Koppel­na­vi­gation dagegen wird die Bewegung ab einer bekannten Position geschätzt. In modernen Fahrzeug- und Telema­tik­sys­temen werden beide Techno­logien parallel verwendet: GPS für die Genauigkeit über längere Entfer­nungen und Koppel­na­vi­gation zur Aufrecht­er­haltung der Positi­ons­be­stimmung, wenn kein Signal verfügbar ist.

Wie genau ist die Koppel­na­vi­gation?

Sofern die Werte für Geschwin­digkeit und Richtung korrekt sind, kann die Koppel­na­vi­gation auf kurze Sicht genau sein. Aufgrund möglicher kumulativer Fehler eignet sie sich jedoch besser als Ersatz­system für Zeiten, in denen das GPS ausfällt. Da jede Positi­ons­schätzung auf der jeweils vorigen Schätzung basiert, wirken sich eventuelle Fehler auf alle weiteren Positionen aus – mit zunehmend größeren Abwei­chungen von der tatsäch­lichen Position.

Um die Zuver­läs­sigkeit der geschätzten Positi­ons­be­stimmung zu verbessern, können Sie während der Fahrt mithilfe von genaueren Methoden (GPS, astro­no­mische Navigation, Radar) einen neuen Fixpunkt ermitteln. Wenn Sie Ihre wahre aktuelle Position kennen, können Sie Ihre tatsäch­liche Position vergleichen und korrigieren und dann ab diesem Punkt mit der Koppel­na­vi­gation fortfahren.

Welche Faktoren beein­flussen die Genauigkeit?

Qualität der Sensoren
Minder­wertige Sensoren erfassen ungenaue Messwerte, was dazu führt, dass Positi­ons­schät­zungen im Laufe der Zeit immer stärker von der tatsäch­lichen Position abweichen.
Straßen­be­din­gungen und Radschlupf
Radschlupf und holprige Straßen können zu ungenauen Geschwin­dig­keits­mes­sungen führen und die Berechnung der Entfernung verzerren.
Ungenaue Ausgangs­po­sition
Die Koppel­na­vi­gation basiert auf einer beschränkten Anzahl verifi­zierter Angaben, daher wirken sich jegliche Fehler in der anfäng­lichen Messung maßgeblich auf alle weiteren Schätzwerte aus und beein­träch­tigen deren Genauigkeit.
Richtungs­än­de­rungen
Unzurei­chend erfasste Richtungs­än­de­rungen führen dazu, dass der berechnete Weg nach und nach von der tatsäch­lichen Spur abweicht.
Fahrtzeit ohne GPS-Kor­rektur
Ohne die GPS-Kor­rek­turen während der Fahrt häufen sich die Fehler, was die Genauigkeit insgesamt weiter verschlechtert.

Wie sich die Fehler im Laufe der Zeit häufen

Wenn frühere Schätzungen zur Ermittlung nachfol­gender Positi­ons­be­stim­mungen genutzt werden, ziehen sich sämtliche Fehler durch die weiteren Berech­nungen und werden weiter verstärkt. Selbst kleinere Fehler haben Konse­quenzen, weil sie sich nach und nach häufen und dazu führen, dass die geschätzte Position weiter von der tatsäch­lichen Position abweicht. Der Trick besteht darin, das System an verschie­denen Punkten der Route mithilfe von GPS neu zu kalibrieren.

Warum ist die Koppel­na­vi­gation beim Fuhrpark­ma­nagement von Bedeutung?

Fuhrpark­ma­nager müssen jederzeit wissen, wo sich ihre Fahrzeuge befinden. Daher kann es riskant sein, nur GPS zu verwenden, weil das Signal unerwartet durch Tunnel, hohe Gebäude oder Gebiete mit schlechtem Empfang unter­brochen werden kann.

Wenn zur Absicherung die Koppel­na­vi­gation in die Fuhrpark­tech­no­logie integriert wird, verbessert dies die Zuver­läs­sigkeit der Telema­tik­systeme und erhöht die betrieb­liche Transparenz. Eine genaue Fahrzeu­g­ortung ist für die Abläufe beim Fuhrpark­ma­nagement von zentraler Bedeutung, weil sie die Planung, Effizienz und Sicherheit unterstützt. Außerdem können Fuhrpark­ma­nager auf diese Weise genaue Fahrt­auf­zeich­nungen erfassen.

Welche Techno­logien unter­stützen die Koppel­na­vi­gation?

Für die Koppel­na­vi­gation werden Sensoren und Systeme zur Messung von Entfernung, Richtung und Bewegung benötigt.

Fahrzeug­sen­soren und Kilome­ter­zähler

  • Raddreh­zahl­sen­soren: messen, wie schnell sich ein Fahrzeug bewegt
  • Kilome­ter­zähler: schätzen die zurück­ge­legte Gesam­tent­fernung
  • In Kombination: Mit diesen Daten werden die Positionen ab einem bekannten Ausgangs­punkt berechnet.

Gyroskope und Inerti­al­systeme

  • Gyroskope: messen die Drehung und die Richtungs­än­de­rungen
  • Beschleu­ni­gungs­messer: erkennen die Beschleu­nigung und die Bewegungen an verschie­denen Achsen
  • In Kombination: Es entsteht ein inertiales Naviga­ti­ons­system, das die konti­nu­ier­liche Schätzung der Position ermöglicht.

Integration mit GPS und Telema­tik­sys­temen

  • GPS: bietet regelmäßige Positi­ons­kor­rek­turen zur Behebung der kumulierten Fehler
  • Telema­tik­systeme: integrieren Daten aus verschie­denen Quellen für die Echtzeit-Ortung
  • In Kombination: Der Hybrid­ansatz verbessert die Zuver­läs­sigkeit der Navigation und die Kontinuität der Ortung.

Was sind die Schwach­stellen der Koppel­na­vi­gation?

Abwei­chungen und kumulative Fehler:

Im Zuge der konti­nu­ier­lichen Schätzung der Position können sich die Fehler häufen (sofern nicht während der Fahrt eine GPS-Ka­li­brierung erfolgt), was dazu führt, dass die Koppel­na­vi­gation bei der langfris­tigen Positi­ons­be­stimmung zunehmend unzuver­lässig ist.

Wenn ein System beispiels­weise durch einen langen Tunnel fährt, beginnt es am Tunnel­eingang mit der richtigen Position. Danach wird die Bewegung anhand der Reifen­sen­soren und Kilome­ter­zäh­ler­daten geschätzt. Wird die Geschwin­digkeit zu hoch geschätzt, prognos­ti­ziert das System, dass das Fahrzeug eine längere Strecke zurück­gelegt hat, als tatsächlich der Fall ist. Nach mehreren Minuten im Tunnel kann dies dazu führen, dass die geschätzte Position um mehrere hundert Meter von der tatsäch­lichen Position abweicht.

Abhän­gigkeit von einer genauen Anfangs­po­sition:

Ein großer Nachteil der Koppel­na­vi­gation ist, dass ein einziger Fehler sich auf alle nachfol­genden Werte auswirkt. Egal, wie genau Ihre Sensoren sind: Wenn der verwendete Ausgangs­punkt nicht korrekt ist, kann die Position nicht genau geschätzt werden.