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OBD-Fahr­zeug­feh­ler­codes (DTCs)

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OBD-Fahr­zeug­feh­ler­codes (DTCs) sind standar­di­sierte Fehlercodes, die vom On-Boar­d-­Dia­gno­se­system (OBD) des Fahrzeugs generiert werden, wenn auffälliges Verhalten erkannt wird. Die Codes werden in der ECU (Electronic Control Unit) des Fahrzeugs gespeichert. Dort werden sie von Fahrern oder Mechanikern mithilfe von Diagno­se­tools abgerufen, um die Probleme in verständ­licher Sprache zu identi­fi­zieren.


Was sind DTCs?

DTCs werden ausgelöst, wenn die ECU eines Fahrzeugs ein Problem mit einem der Systeme erkennt, beispiels­weise Fehlzün­dungen, Abgas­pro­bleme oder Sensor­fehler. Fuhrpark­ma­nager und Techniker können so schneller prüfen, welches Problem vorliegt, ohne die einzelnen Komponenten manuell inspizieren zu müssen.

Fuhrparks können anhand von DTCs Probleme erkennen, bevor es zu einer Panne kommt. Dies ermöglicht eine proaktive Wartung und verringert die Zahl der Ausfälle während der Fahrt. Diese Codes sind daher ein wichtiges Mittel zur Aufrecht­er­haltung der Verfüg­barkeit, Sicherheit und Betriebs­ef­fi­zienz.

Sobald die ECU einen DTC erkennt, wird dieser abhängig vom Fahrzeugtyp über verschiedene Standards kommu­ni­ziert – OBD-II oder J1939. Bei leichten Nutzfahr­zeugen erfolgt die Kommu­ni­kation in der Regel über OBD-II, schwere Nutzfahr­zeuge dagegen verwenden J1939, einen fortschritt­li­cheren Standard, der umfang­rei­chere Daten liefert.

Woher kommen die DTCs?

Moderne Fahrzeuge sind mit Sensoren zur Überwachung wichtiger Systeme ausge­stattet. Diese Sensoren senden konti­nu­ierlich Daten an die ECU, die diese anhand der vom Hersteller program­mierten Schwel­len­werte bewertet.

Wenn die ECU auffällige Sensorwerte erkennt, weist sie einen DTC zu und speichert diesen Code in ihrem Speicher. Die ECU kann auch eine Warnleuchte aktivieren oder eine einfache Meldung auf dem Armatu­ren­brett anzeigen. Allerdings kann sie den eigent­lichen DTC nicht für den Fahrer darstellen. Zur Deutung des Fehlercodes ist ein Diagno­setool oder ein Telema­tik­gerät erfor­derlich. Viele DTCs bleiben in der ECU gespeichert, bis sie manuell vom Fahrer, Manager oder Mechaniker gelöscht werden.

Wie funktio­nieren DTCs?

Benutzer können mithilfe von DTCs Fahrzeug­fehler identi­fi­zieren, ohne jede Komponente manuell inspizieren zu müssen. Dies spart Fuhrparks Zeit und beugt Fehlern vor.

  1. Sensoren erfassen fortlaufend Daten

    Sensoren in den Fahrzeug­sys­temen senden Echtzeit-Daten an den Bordcom­puter. Die ECU empfängt die Sensordaten und vergleicht sie mit den erwarteten Werten, um sicher­zu­stellen, dass jede Komponente richtig funktio­niert.

  2. Die ECU erkennt ein Problem

    Wenn ein Sensor­messwert nicht mit dem erwarteten Wert überein­stimmt, deutet die ECU dies als Fehler­be­dingung und erstellt und speichert den zugehörigen Code als Reaktion auf das Problem. Der Code folgt dem OBD-II- oder J1939-Kommu­ni­ka­ti­ons­standard, je nachdem, um was für ein Fahrzeug es sich handelt und wie die ECU program­miert ist.

  3. Ein Tool liest den Code aus und übersetzt ihn

    Ein Mechaniker oder Fuhrpark­ma­nager verbindet ein Diagno­setool oder Telema­tik­gerät, um die gespei­cherten Codes abzurufen und zu deuten. Daraus geht hervor, welches System betroffen ist.

Nachdem das Problem behoben wurde, kann der DTC mit demselben Diagno­setool aus der ECU gelöscht werden.

Wie werden DTCs gelesen?

DTCs bestehen aus Zahlen und Buchstaben, die die Art des Fehlers und das betroffene System angeben. Um das Problem korrekt zu diagnos­ti­zieren, ist es wichtig, die Struktur des Codes zu verstehen. Da es sich beim OBD-I­I-­Format um ein Standard­format handelt, kann jedes Diagno­setool oder Telema­tik­system den generischen Fehlercode auslesen, unabhängig vom Fahrzeug­her­steller. Einige herstel­ler­spe­zi­fische Codes und tiefer­ge­hende Diagno­se­daten sind jedoch mögli­cher­weise nur mit Spezi­al­tools vollständig auslesbar.

Was bedeuten die einzelnen Teile eines DTC?

Nachfolgend finden Sie eine Aufschlüs­selung der Zeichen in einem OBD-II-DTC.

Zum Inhalt

Erstes Zeichen

Gibt an, in welchem Fahrzeug­system das Problem vorliegt.

P: Antrieb (Motor, Getriebe)

B: Karosserie (Airbags, Türen, Klimaanlage)

C: Fahrwerk (Bremsen, Lenkung, Aufhängung)

U: Netzwerk (Netzwerk/Kommu­ni­kation)

Zweites Zeichen

Gibt an, ob es sich um einen Standardcode (0) oder einen herstel­ler­spe­zi­fi­schen Code (1) handelt.

Drittes Zeichen

Gibt an, auf welchen Bereich des Systems (im ersten Zeichen angegeben) sich das Problem bezieht. Beim Antriebs­strang (Code „P“) könnten beispiels­weise die folgenden Funktionen betroffen sein:

1: Kraftstoff-/Luftsystem

2: Einspritz­system

3: Zündung oder Fehlzündung

Viertes und fünftes Zeichen

Geben das genaue Problem an. Die letzten beiden Zeichen dienen zur Unter­scheidung von Fehlerarten, die dieselbe Komponente betreffen.

Ein Beispiel wäre der DTC P0102.

Das vierte und fünfte Zeichen 02 innerhalb des Kraftstoff-/Luftge­misch­systems bedeutet, dass der Signalwert des MAF-Sensors zu niedrig ist. „03“ dagegen steht für ein anderes Problem innerhalb derselben Komponente: Der Signalwert des MAF-Sensors ist zu hoch.

Die vollständige Aufschlüs­selung für P0102 lautet:

P: Antrieb

0: Standard

1: Kraftstoff-/Luftge­misch­system

02: Schwacher Signalwert für den MAF-Sensor (Luftmas­sen­strom)

Wie werden DTCs gedeutet?

Diagno­se­tools übersetzen DTCs in verständ­liche Sprache, sodass Fuhrpark­be­treiber genau wissen, um welches Problem es geht. Es ist dennoch hilfreich zu verstehen, wie ein DTC aufgebaut ist. Sie sehen dann, welches System betroffen ist, erkennen Trends über mehrere Fehler hinweg und können Entschei­dungen bezüglich der Dring­lichkeit treffen – und zwar auf einen Blick, wenn es schnell gehen muss.

Was bedeuten DTC-Schwe­re­grade?

DTCs enthalten keine Zeichen, die für einen bestimmten Schweregrad stehen. Der Schweregrad lässt sich aus dem betroffenen System und dem Kontext ableiten.

Der erste Buchstabe gibt Aufschluss über die Syste­maus­wir­kungen.

P – Motor und Abgase: kann von gering bis kritisch variieren

C – Bremsen und Lenkung: ist voraus­sichtlich schwer­wiegend und sicher­heits­kri­tisch

B – Komfort­systeme: ist voraus­sichtlich nicht schwer­wiegend

U – Kommu­ni­ka­ti­ons­systeme: kann stark variieren

Zum Inhalt

Ein C-Code (der auf ein Brems­problem hinweisen könnte) ist oft dringender als ein B-Code (bei dem sich mögli­cher­weise nur um ein Problem mit einem Fenster handelt).

Die letzten zwei Zeichen geben auch Aufschluss über den Schweregrad.

Wenn die Zeichen für Folgendes stehen:

Strom­kreis­fehler: Dies ist wahrscheinlich ein schwer­wie­gendes Problem

Leistungs­problem: Dies könnte ein mittel­schweres Problem sein

Spora­di­sches/Schwaches Signal: Diese Art von Fehler ist oft weniger dringend

Auch das Fahrzeug signa­li­siert, wenn ein kritischer Fehler vorliegt.

Sofortige Aufmerk­samkeit erfor­derlich:

  • Motor­kon­troll­leuchte blinkt
  • Notlauf aktiviert
  • Leistungs­abfall

Bald reparieren:

  • Warnleuchte leuchtet dauerhaft
  • Merkliche Leistungs­pro­bleme

Entwicklung beobachten:

  • Kein Licht oder flackerndes Licht
  • Keine merklichen Auswir­kungen auf das Fahrver­halten

Welche DTCs treten häufig auf und was bedeuten sie?

Bei den am häufigsten auftre­tenden DTCs geht es in der Regel um das Kraft­stoff­ge­misch, Probleme mit Verbren­nungs­vor­gängen und die Abgas­systeme, da der Motor und der Auspuff mit vielen Sensoren versehen sind, für die sehr enge Schwel­len­werte gelten, sodass selbst kleine Abwei­chungen erkannt werden. Aufgrund von Hitze, Druck und Verschleiß ist es zudem wahrschein­licher, dass im Laufe der Zeit Probleme entstehen.

  1. 1P0171 – System zu mager (Zylin­der­reihe 1)

    P: Antrieb

    0: Standard

    1: Kraftstoff-/Luftge­misch­system

    71: System zu mager

    Das gibt der Code an:

    Bereich: Motor

    Untersystem: Kraftstoff-/Luftgemisch

    Problem: nicht genug Kraftstoff (oder zu viel Luft)

Zum Inhalt
  1. P0300 – zufällige/mehrere Zylin­der-­Fehl­zün­dungen

    P: Antrieb

    0: Standard

    3: Zündungs-/Fehlzün­dungs­system

    00: zufällige/mehrere Zylin­der-­Fehl­zün­dungen

    Das gibt der Code an:

    Bereich: Motor

    Untersystem: Verbrennung/Zündung

    Problem: Fehlzün­dungen in mehreren Zylindern

  2. P0420 – Kataly­sa­tor-­Wir­kungsgrad unter Schwel­lenwert

    P: Antrieb

    0: Standard

    4: Abgassystem

    20: Kataly­sa­tor-­Wir­kungsgrad unter Schwel­lenwert

    Das gibt der Code an:

    Bereich: Motor/Auspuff

    Untersystem: Abgas­kon­trolle

    Problem: Katalysator arbeitet nicht effizient genug

Welche Risiken gibt es, wenn Sie einen DTC ignorieren?

Wenn Sie einen DTC ignorieren, selbst einen mit geringem Schweregrad, kann dies zu Kosten- und Produk­ti­vi­täts­ri­siken führen. Kleinere Fehler können sich zu größeren Problemen entwickeln, wenn sie nicht richtig geprüft und behoben werden. Beispiels­weise kann ein häufig auftre­tender DTC wie P0171 (System zu mager) unbedeutend erscheinen, insbe­sondere wenn das Fahrzeug weiterhin normal fährt.

Wenn er nicht behoben wird, kann dies jedoch dazu führen, dass der Motor zu heiß wird, die Motor­kom­po­nenten stärker verschleißen und der Katalysator geschädigt wird. Das Ergebnis sind kostspielige Ausfälle von Komponenten und ein längerer Werkstatt­auf­enthalt.

Nicht jeder DTC erfordert Sofort­maß­nahmen. Am besten notieren Sie die Fehlercodes und planen Nachkon­trollen im Wartungs­ka­lender ein. Recht­zeitige Maßnahmen schützen die Kraft­stoff­ef­fi­zienz, erhöhen die Sicherheit, verringern die Standzeit und unter­stützen eine bessere Wartungs­planung.

Welche Tools werden zur Diagnose von DTCs genutzt?

Es gibt zwei Hauptarten von Tools zum Auslesen und Diagnos­ti­zieren von DTCs.

OBD-Dia­gno­se-­Scanner

OBD-Dia­gno­se-­Scanner sind Geräte, die Sie an den OBD-Port eines Fahrzeugs anschließen. Diese Scanner verbinden sich direkt mit der ECU, um die DTCs und ihre Bedeutung abzurufen und auf einem kleinen Display anzuzeigen.

Fahrzeug­t­e­le­ma­tik­systeme

Fahrzeug­t­e­le­ma­tik­systeme bestehen aus Hardware- und Software­kom­po­nenten. Diese vernetzten System erfassen fortlaufend Fahrzeug­daten, einschließlich DTCs, und zeigen diese in einer Fuhrpark­management-Plattform an. Die Vorteile eines solchen Fahrzeug­t­e­le­ma­tik­systems bestehen darin, dass die Diagnose automa­ti­siert erfolgt, die Ergebnisse remote abrufbar sind und das Monitoring praktisch in Echtzeit stattfindet.

obd reader
obd car port connection

Wie und wann sollten Sie einen DTC löschen?

Sie können DTCs mit demselben Tool löschen, das Sie zum Auslesen nutzen – dem OBD-Dia­gno­se-­Scanner. In einigen Fällen ist dies mit Fahrzeug­t­e­le­ma­tik­sys­temen auch remote möglich. Sie schließen einfach den Scanner an, lesen den Code, beheben das Problem und wählen dann „Codes löschen“ aus. Die Dashboar­d-Warn­leuchte sollte dann ausgehen.

Es ist wichtig, dass ein Code erst gelöscht wird, wenn das Problem ordnungs­gemäß behoben wurde. Wenn der Fehler bestehen bleibt, entdeckt die ECU ihn erneut, und der DTC wird wieder angezeigt. Nicht behobene Probleme können sich im Laufe der Zeit verschlechtern und die Sicherheit ernsthaft gefährden.


Was ist der Unterschied zwischen den Diagno­se­sys­temen OBD-II und J1939?

OBD-II und J1939 sind Kommu­ni­ka­ti­ons­stan­dards für die Fahrzeug­dia­gnose. Sie regeln, wie Fehlercodes und Fahrzeug­daten struk­tu­riert, übermittelt und abgerufen werden.

Das OBD-I­I-­System wird in leichten Nutzfahr­zeugen verwendet. Es nutzt das standar­di­sierte DTC-Format (P-Codes) sowie einen physischen Anschluss im Fahrzeug.

J1939 ist der Standard für Lkw, der speziell im Hinblick auf Fuhrparks und Echtzeit-Daten entwickelt wurde. Er bietet ein Netzwerk, das die ECUs miteinander verbindet, und eine entspre­chend detail­liertere Fehler­struktur. Während OBD-Scanner nachein­ander auf die Fahrzeu­g-ECUs zugreifen (sie senden eine Anfrage an ein bestimmtes Modul, erhalten eine Antwort und fahren mit dem nächsten Modul fort), übertragen die ECUs bei Verwendung von J1939 fortlaufend Meldungen über ein gemeinsames Netzwerk.

Wie kann Telematik bei der Kontrolle der DTCs helfen?

Telematiksysteme automa­ti­sieren das Monitoring von DTCs für alle ECUs eines Fahrzeugs. Dies spart Fuhrpark­be­treibern Zeit, weil sie Probleme remote diagnos­ti­zieren können, statt das Fahrzeug manuell zu überprüfen.

Sobald ein Problem erkannt wird, gibt das Telema­tik­system eine Warnung aus, sodass Fuhrpark­ma­nager oder Fahrer proaktive Maßnahmen ergreifen können, bevor es zu Standzeiten kommt. Der bessere Überblick über den Fahrzeug­zu­stand erleichtert die Planung der Fuhrpark­wartung, minimiert unerwartete Pannen und spart Repara­tur­kosten.

Dies wird als das Echtzeit-­Mo­ni­toring von DTCs bezeichnet, weil Fahrzeug­daten fortlaufend analysiert und Probleme sofort gemeldet werden.

Warum sind DTCs für Fuhrpark­ma­nager so wichtig?

DTCs sind für Fuhrpark­ma­nager wichtig, weil sie auf Probleme mit den Fahrzeugen hinweisen. Recht­zeitige Infor­ma­tionen zu Problemen unter­stützen eine proaktive Wartung. Diese spart Repara­tur­kosten, verlängert die Fahrzeug­le­bens­dauer und trägt zur Vermeidung von Pannen bei.

DTCs ermöglichen daten­ge­stützte Entschei­dungen, indem sie Fuhrpark­ma­nagern die nötigen Infor­ma­tionen für strate­gische Maßnahmen liefern: So können sie Reparaturen priori­sieren, wieder­keh­rende Probleme im Blick behalten und jederzeit die Sicherheit und Effizienz von Fahrzeugen wahren.